powered by:  
     
     
     
Luttenberger Fanshop mit Wein aus eigenem Anbau!
 
Interview mit ORF [01.10.2008]

"Armstrong hat die Mittel und das Wissen" Auch Luttenberger bastelt an seinem Comeback.

Die Zeichen stehen auf Rückkehr. Der US-Amerikaner Lance Armstrong, nach seinem siebenten Tour-de-France-Sieg in Serie 2005 zurückgetreten, bestätigte sein Comeback im internationalen Peloton und die geplante Teilnahme an der Tour de France 2009. Was hat der Texaner vor? "Lance trifft keine unüberlegten Entscheidungen", bekräftigt Ex-Profi Peter Luttenberger gegenüber ORF.at. Im Interview spricht der Steirer über Armstrongs Comeback und seine eigenen Pläne. ORF.at: Wie denken Sie über Armstrongs geplante Rückkehr in den internationalen Radsport? Luttenberger: Ich wusste das bereits vor einigen Wochen. Armstrong wird sich diesen Schritt gut und genau überlegt haben. Er ist bekanntlich nicht der Typ, der voreilige Entscheidungen trifft. ORF.at: Was könnte ihn zu einem Comeback bewogen haben? Luttenberger: Wahrscheinlich hatte er nichts Besseres zu tun. Der Alltag des Normalsterblichen ist grau, der des Radsportlers dagegen emotionsreich und bunt. Es geht bergauf und bergab, das Leben ist spannend, und ein Fahrer wie Armstrong stand immer im Mittelpunkt. Danach ins normale Leben einzutauchen ist ernüchternd, wie eine graue Wurst. Ihm wurde wohl langweilig. Das gab den Ausschlag. Er hat wieder Presse, die Menschen reden über ihn. Und er wird gefühlt haben, körperlich noch in der Verfassung für Höchstleistungen zu sein. ORF.at: Vielleicht kann er nur einfach nicht loslassen? Luttenberger: Lance dürfte keine bessere Beschäftigung als den Radsport finden oder nichts, das ihn mehr reizt und herausfordert. Im Sport kennt er sich aus. Seine Rückkehr war deshalb vorhersehbar. Ob richtig oder falsch, das kann ich nicht beurteilen. Der Druck wird enorm sein. Wenn er wieder fährt, muss er dort anschließen, wo er 2005 aufgehört hat. Und das dürfte nicht ganz einfach werden. ORF.at: Kann Armstrong aus dieser prekären Situation als Sieger hervorgehen? Luttenberger: Das ist egal. Er soll das tun, was ihm Spaß macht. Da stehe ich voll und ganz hinter seiner Entscheidung. Ihm muss aber bewusst sein, dass dieses Comeback nur von begrenzter Dauer sein, er nicht bis zu seinem Lebensende die Tour de France bestreiten kann. Lance ist nicht mehr der Jüngste. In spätestens vier Jahren ist er wieder dort, wo er jetzt ist. Im Ruhestand. Was passiert dann? ORF.at: Was wäre nach dreijähriger Absenz 2009 für ihn möglich? Luttenberger: Die Konkurrenz schläft natürlich nicht. Dennoch glaube ich, dass er an der Spitze mitfahren würde. Radsport ist nicht wie Golf oder Tennis, Sportarten, in denen er nach einem Jahr Pause weg vom Fenster wäre. Radsport ist Kraftausdauer. Talent hat er sowieso. Mit einigem Training und gezieltem Aufbau könnte er an alte Erfolge anknüpfen. Ob er die Tour noch einmal gewinnen könnte, ist eine andere Frage. ORF.at: Was spricht für seine erfolgreiche Rückkehr? Luttenberger: Lance hat alle Mittel und das Wissen, um auf höchstem Niveau zurückkommen. Er hat ein tolles Team, Spezialisten aus jedem Bereich um sich geschart und 15 Jahre Erfahrung im Profiradsport. Das ist ein Vorteil gegenüber anderen Fahrern. Der einzige Risikofaktor ist sein Körper und wie leistungsfähig dieser noch ist. ORF.at: Für welches Team könnte er starten? Luttenberger: Ich kann mir aktuell nur Astana vorstellen, wegen Teamchef Johan Bruyneel. Diese Verbindung wird sicher weiterhin bestehen. Das ist naheliegend. Vielleicht hat Armstrong auch einen neuen Sponsor, der ihm den Einstieg erst wieder möglich und lukrativ gemacht hat und den er in einem neuen Team mitbringt. ORF.at: Armstrong könnte mit eigenem Team zurückkehren? Luttenberger: Das wäre kein Problem, eine rein finanzielle Frage und der Lizenzkauf ohnehin relativ, weil die ProTour-Lizenz rausgeschmissenes Geld wäre. Ein Team gründen kann jeder und muss dazu niemanden um Erlaubnis fragen, Sponsoren vorausgesetzt. Die findet Armstrong. US-Postal war nur auf Armstrong gebaut. Discovery-Channel folgte nur deshalb, weil Armstrong versicherte, er würde weitermachen. Nun fängt er wieder an ... ORF.at: Wäre ein Comeback auch für Sie denkbar? Luttenberger: Ich gebe sogar ein kleines Comeback, bin nach eineinhalb Jahren Pause wieder ins Training eingestiegen. Nach einer gewissen Zeit bleiben halt nur die positiven Erinnerungen. Den Rest, die Qualen vergisst man und glaubt, wieder vorne mitfahren zu können. Das ist reizvoll. Doch Vorsicht ist geboten, denn die Realität sieht meistens anders aus. Das Interview führte Michael Fruhmann, ORF.at
zurück


 

© 2005-2007 Peter Luttenberger, info@luttenberger.com

Die UnitedWorldTour wir zur Re...